Schreiben kann ich wohl, aber lesen kann man das nicht

11. September 2020

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Ich kann vielleicht gar nicht so gut über Musik schreiben, warum mache ich es dennoch?

Vor fast 20 Jahren war ich mal Mitherausgeber eines Fanzines, so steht es im Internet. Das war damals noch nicht total neu, aber Fanzines erschienen damals eher noch in Papierform und das war auch für unseres die erste Idee. Irgendwie ging es logistisch nicht voran, also her mit der neuen Technik und ein Online-Fanzine gemacht.

Den technischen Part habe ich gerne übernommen, hin- und wieder schrieb ich auch einen kurzen Text, eine News hier und da, aber ich tat mich damit eher schwer. Was interessiert andere überhaupt, was wollen die wissen? Las ich andere Reviews, Beiträge etc. fand ich meine Texte immer sehr... hmh... technisch und wenig spritzig oder innovativ. Vielleicht war ich auch einfach nicht locker genug um lockere Fanzine-Texte zu schreiben.

Wenn ich jetzt meinen Plan umsetze und in meinen alten CDs wühle um sie noch mal zu besprechen (und damit einen Grund zu finden sie überhaupt mal wieder anzuhören) stehe ich vor demselben Problem. Ich schreibe etwas auf und finde es nicht besonders gut. Wie soll man Musik überhaupt sinnvoll in Worten beschreiben? Warum nicht einfach anhören?

Spannender fast als die Musik von damals, die mich zumindest vor 15, 20 Jahren zum Kauf physischer Medien (in diesem Falle CDs) bewogen hat, ist manchmal die weitere Geschichte der Bands. Viele habe ich live gesehen, nicht dass was zur Beurteilung beiträgt, aber zumindest hat man mal diese Menschen dahinter wirklich gesehen. Fand man jemanden z. B. ausgesprochen gut und der ist dann nur 1,60m groß, ist das plötzlich eine sehr normale Person. Viele Bands fallen irgendwann auseinander, die Mitglieder machen neue Dinge. Ist das vielleicht auch was für mich? Wie ging es weiter, nachdem ich den Weg nicht mehr verfolgt habe, aus unterschiedlichen Gründen?

Auch mein eigenes Leben ist weitergegangen und die zurückliegende Zeit ist manchmal als Ereignislos, manchmal als prallgefüllt mit Erinnerungen präsent geblieben. Ein Teil dieser Erinnerungen wird durch die Musik wieder erweckt. Ich grabe also auch, vielleicht sogar vorwiegend, in eigenen Erinnerungen. Das ist manchmal schön, hin und wieder enttäuschend, aber zumindest meistens interessant und ein schöner Zeitvertreib.

Mein Freund F. berichtete mir mal, ich kann es nur noch halb korrekt wiedergeben, von einem Interview mit dem Organisator des Pop Fest Birmingham und dass Indie Pop ihm seine Jugend zurückbringen würde. Irgendwie so. Irgendwie so, Genres außenvor, ist das auch bei mir.

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